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Autor: Thomas Suchomski
Artikel vom 08.01.2021

Regelmäßige Corona- Tests an unserer Schule

Wir testen!

An der Ferdinand-Porsche-Gemeinschaftsschule in Weissach führt jedes Kind zweimal in der Woche einen Corona-Test selbst durch. „Ja, das konnten wir uns am Anfang auch noch nicht vorstellen, ob das vor allem bei den ganz Kleinen funktionieren kann“, meint Frau Gropp-Flaig, Klassenlehrerin einer ersten Klasse. „Aber seit dem 17. März wissen wir: Es geht!“

In jeder Klasse waren mehrere Eltern als Helfer eingeteilt. Sie haben – wo nötig - die Kinder und die Lehrerinnen und Lehrer unterstützt. Gleichzeitig konnten die Eltern sehen, wie das mit dem Testen in der Schule funktioniert. Das ist wichtig, dass die Eltern Vertrauen in die Abläufe finden. Hin und wieder gab es Vorbehalte gegen Corona-Tests, die aus den Erfahrungen der Kinder und Familien mit einem tiefen Nasen / Rachenabstrich herrühren. Doch die Selbsttests funktionieren mit einem einfachen Abstrich im vorderen Nasenbereich. Die Eltern wurden im Vorfeld ausführlich informiert.

„Testverweigerer haben wir eigentlich keine“, sagt die Schulleiterin Karin Karcheter. „Wir sehen das gelassen, wenn einzelne Kinder nicht zum Test bereit sind. Alle können sich testen, aber keiner muss. Wichtig ist für uns, dass wir sicherstellen, dass sich in der Schule eine Infektion nicht unbemerkt ausbreitet.“

Die Kinder hantieren selbst mit dem Abstrichtupfer im vorderen Nasenbereich. Deshalb sagen die LehrerInnen bei den Kleinen auch schon mal „Popeltest“ dazu. So wissen alle, dass der Tupfer nur so weit in die Nase kommt, wie auch ein Finger reinpasst. Ja, das Stäbchen kitzelt ein wenig in der Nase. Die Lehrerin macht es vor und die Kinder machen mit. Nun geht es für die Kinder spannend weiter. In einem Duplo-Baustein wartet auf jedem Tisch schon das Plastikdöschen mit der Flüssigkeit, in das die Kinder den Abstrichtupfer eintauchen. Rühren, ausdrücken und dann den Stöpsel aufsetzen. Am Ende tropft jedes Kind seine Testflüssigkeit in ein Testkit. Die LehrerInnen sorgen dafür, dass alle Tests sicher den jeweiligen Kindern zugeordnet werden können. Alles wird am Ende auf ein Tablett geräumt und sicher verstaut. Die Eltern helfen mit, dass alle Tische desinfiziert sind und alles im Klassenzimmer wieder hygienisch sauber ist.

„Ich hab´ das daheim schon ausprobiert, mit einem Wattestäbchen“, ruft ein Schüler der vierten Klasse. Und ein anderer meint, dass der Corona Test Spaß mache, weil man - wie beim Experimentieren - alles selbst machen kann.

Sicherlich, bei einzelnen Kindern war die Anspannung am ersten Testtag zu spüren. Auch im Lehrerzimmer, in der großen Pause, entspannten sich die Gesichter hinter den FFP2 Masken, als es die Runde machte, dass in allen Klassen nur negative Tests vorkamen. „Das war ein wirklich guter Einstieg!“, meint die Schulleiterin. „Wir haben nun zügig nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht zweimal pro Woche jeweils fast 300 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 und der Abschlussklassen getestet. Das war nur möglich, weil wir von Eltern und Mitarbeitern des Hortes und der Jugendarbeit Weissach so tatkräftig unterstützt wurden.“

Die Tests wurden vom Testzentrum Leonberg zur Verfügung gestellt. Interessierte Eltern und Lehrer konnten an einer Fortbildung teilnehmen, bei der das Vorgehen (Selbst-Testung im Klassenverband) und das Handling mit den Tests erklärt und ausprobiert wurden. Zunächst reichen die Tests nun bis zu den Osterferien. Für die Zeit nach Ostern ist der Nachschub aber schon angekündigt.

Das Kollegium ist sich einig: auch wenn die Tests keine völlige Sicherheit geben, so sind sie ein wichtiger Baustein, der die Schulöffnungen eigentlich von Anfang an begleiten sollte. Bei steigenden Inzidenzwerten ist damit zu rechnen, dass Infektionen in die Schule eingetragen werden und vielleicht gefährlich lange unentdeckt bleiben. Dies gilt für Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen ganz besonders, weil Kinder und Jugendliche oft symptomfrei bleiben. Wenn es gelingen soll, dass unsere Schulen geöffnet bleiben, dann müssen möglichst viele Systeme der Absicherung greifen.

Viele Lehrerinnen, Lehrer und Eltern an der Ferdinand-Porsche-Schule in Weissach waren deshalb beunruhigt, weil in Baden-Württemberg ab dem 15. März die Jahrgänge 1 bis 6 in die Schulen in voller Klassenstärke zurückkehren sollten, ohne dass weitere Maßnahmen ergriffen wurden.

„Manchmal muss man einfach selbst anfangen“, meint die Schulleiterin. „Es war leider nicht zu erwarten, dass irgendjemand in absehbarer Zeit für unsere Schülerschaft Tests organisiert oder gar Personal für die Test-Durchführung zur Verfügung stellt. Deshalb haben wir es selbst gemacht!“

(Gr.-Fl.))